Lesemotivation

Zusätzlich zu den Bereichen der Leseflüssigkeit und der Lesestrategien ist die Lesemotivation ein wichtiges Förderziel in der Leseförderung. Je kompetenter ein Kind lesen kann, desto höher ist im Regelfall seine Lesemotivation. Je motivierter ein Kind für das Lesen ist, desto häufiger liest es, was wiederum positiven Einfluss auf seine Lesefertigkeiten hat.

Es wird zwischen intrinsischer und extrinsischer Lesemotivation unterschieden. Ein Kind, das intrinsisch motiviert ist, empfindet die Lesetätigkeit als positiv, weil Lesen Entspannung bedeutet und an sich als lohnenswert wahrgenommen wird. Ein Kind, das extrinsisch motiviert ist, liest, weil es sich dadurch Belohnungen erhofft (z.B. eine gute Note), die nicht mit der Lesetätigkeit oder dem Thema unmittelbar zusammenhängen.

 

VERFAHREN UND METHODEN

Unter Leseanimation werden Verfahren und Methoden verstanden, die das Ziel der Steigerung der Lesemotivation und Lesefreude haben. Langfristig soll eine habituelle Lesehaltung ausgebildet und gefestigt werden. Innerhalb der Schule kann Leseanimation auf vielen Ebenen erfolgen: von leseanimierenden Settings über Methoden, die auf Bücher neugierig machen, bis hin zu handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtsmethoden.

Auf der Website der Akademie für Leseförderung Niedersachsen ist in den Praxistipps von A bis Z eine Sammlung vorhanden, die nach den Bildungsetappen geordnet leseanimierende Ideen, Methoden und Veranstaltungsformate beinhaltet. Sie reichen vom Einsatz von Sachbüchern in der Leseförderung, wie sie in der Sachbilderbuchrallye vorgestellt werden, bis hin zu kreativen Präsentationsformen wie Bücher im Aquarium. Darunter befinden sich auch Ideen zum Einsatz digitaler Medien. Zusätzlich wird von der Akademie jährlich ein Lesekalender veröffentlicht, der neue Praxistipps vorstellt.

Literatur:

Rössler, Maria Theresia und Gudrun Sulzenbacher. Neue Leserezepte. Kreative Methoden. Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia, 2016.

 

VIELLESEVERFAHREN

Vielleseverfahren können gezielte Übungen zur Leseflüssigkeit ergänzen. Voraussetzung dafür ist, dass den Schülerinnen und Schülern feste Lesezeiten in der Woche zur Verfügung gestellt werden, in denen alle lesen, auch die Lehrkraft. Gelesen werden darf alles, sowohl auf anspruchsvollem als auch einfachem Niveau: Belletristik, Sachbücher, Comics, Zeitungen usw.. Schwache Leserinnen und Leser sind von solchen Verfahren in den meisten Fällen überfordert und bedürfen einer unterstützenden Begleitung durch die Lehrkraft. Wichtig ist, dass die gelesenen Inhalte nicht zu Unterrichtsinhalten, also durch entsprechende Aufgabenstellungen didaktisiert werden. Damit die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über ihre eigenen Lesefortschritte erhalten, werden diese individuell dokumentiert (siehe einzelne Methoden).

 Literatur:

Lange, Reinhardt. Die Lese- und Lernolympiade: Aktive Leseerziehung mit dem Lesepass nach Richard Bamberger. Leitfaden für eine erfolgreiche Umsetzung. Deutschdidaktik aktuell. Band 27. Baltmannweiler: Schneider Hohengehren, 2007

Rosebrock, Cornelia und Daniel Nix. Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen Leseförderung. 8. korrigierte Auflage. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2017.

 

ZUSAMMENARBEIT MIT DEN ÖFFENTLICHEN BIBLIOTHEKEN

Viele dieser Verfahren werden in Zusammenarbeit mit Öffentlichen Bibliotheken durchgeführt, da diese über einen aktuellen, attraktiven Medienbestand verfügen, der individuelle thematische Leseinteressen und Lesekompetenzen berücksichtigt. In Niedersachsen bieten die Öffentlichen Bibliotheken eine Vielfalt von leseanimierenden Veranstaltungen und Kooperationsmöglichkeiten an. Konkrete Angebote sind unter „Bibliothek“ zu finden.

Weiterführende Informationen

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    Letzte Änderung: 12.12.2019

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